Anlaufstelle am Gmünder Torplatz eingeweiht

Seit heute gibt es im Torhaus am Gmünder Torplatz eine Anlaufstelle für Menschen in Problemlagen aber auch für Bürger und Geschäftsleute.

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Eine Bürgerbefragung zur Sicherheits- und Kriminalitätslage in Aalen aus dem Jahr 2002 legte die Fakten auf den Tisch. Viele Bürgerinnen und Bürger der Stadt fühlen sich am Gmünder Torplatz subjektiv unsicher. Als Gründe wurden Betrunkene, Obdachlose, Bettler und herumhängende Jugendliche genannt, die sich am Gmünder Torplatz aufhalten.

Die im Jahr 2003 der Öffentlicheit vorgestellten Ergebnisse veranlasste den Arbeitskreis Innenstadt der Initiative Sicheres Aalen nach Lösungen zu suchen, um die Verhältnisse und das Sicherheitsempfinden am Gmünder Torplatz zu verbessern. Dabei wurde schnell klar, dass die Prämisse nur lauten kann: "Integrieren statt ausgrenzen." Seit heute gibt es deshalb im Torhaus eine von der Caritas betreute Anlaufstelle namens "Street Work".

Die wichtigste Aufgabe der Kommunalpolitik sei, den sozialen Frieden in der Stadt zu gewährleisten, sagte Oberbürgermeister Ulrich Pfeifle bei der Einweihung. "Er ist Grundlage und Voraussetzung für das gedeihliche Zusammenleben in einer Stadt." Es sei derzeit eine Entwicklung in Deutschland feststellbar, dass einerseits der private Reichtum bei einigen immer mehr zunehme und andererseits es viele Menschen in sozialen Problemlagen gebe. Der Treffpunkt für Menschen in sozialen Notlagen ist in Aalen oft der Gmünder Torplatz und es wäre falsch, einfach wegzuschauen. Man müsse vielmehr hinschauen. Aus dieser Kenntnis heraus sei die jetzige Anlaufstelle mit einem Streetworker entstanden. Er danke allen, die an diesem Projekt mitgewirkt haben.

"Die Polizei ist dankbar für diese Stelle", äußerte der Leiter der Polizeidirektion Aalen, Gerhard Wiest. Die Stadt habe mit der Umgestaltung des Gmünder Torplatz, mit dieser Anlaufstelle und der aufsuchenden Sozialarbeit genau das richtige getan. "Es sein ein wichtiges Signal an die Bürgerschaft."


Hinter "Street Work" steht Sozialpädagoge Lars Brodde. Die Hälfte seiner Arbeitszeit arbeitet er in der Zentralen Beratungsstelle für Wohnungslose in der Braunenstraße, zur anderen Hälfte im Torhaus und auf dem Gmünder Torplatz. Sein Bestreben ist es, viele Menschen von den Problemgruppen auf dem Gmünder Torplatz in Arbeit und Brot zu bringen. "Oft sind es die niederschwelligen Angebote, die in Betracht kommen und weiter helfen." So denkt er beispielsweise daran, angrenzenden Einzelhändlern, Anwohnern und Unternehmen Stundenjobs anzubieten, um ein langsames Herantasten beiderseits zu ermöglichen. Wichtig ist ihm in diesem Zusammenhang auch, dass er als Ansprechpartner für Bürgerinnen und Bürger vor Ort ist, die sich auf dem Gmünder Torplatz unsicher fühlen.

Künftig ist die Anlaufstelle im Torhaus montags, mittwochs und freitags jeweils von 11 bis 14 Uhr besetzt.
© Stadt Aalen, 24.11.2004
Finanziell wird das Projekt durch die Kreissparkasse Ostalb unterstützt.

Finanzierung

Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt. Finaziert wird das auf drei Jahre angelegte Projekt über den Europäischen Sozialfonds, die Stadt Aalen, Caritas, Polizei und die Kreissparkasse Ostalb.